| Zusammenfassung aus der Rede von Frau Irene Kunc, Präsidentin der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien, anlässlich der Oberplaner Gespräche 2004 |
| Die Deutsche Minderheit in der Tschechischen Republik heute |
| Die Deutsche Minderheit sind Bürger der Tschechischen Republik, die nach dem Krieg aus verschiedenen Gründen im Lande geblieben sind: Antifaschisten, Sozialdemokraten, Fachleute, die man für die Industrie und Landwirtschaft brauchte sowie Mischehen. Manche nahmen die tschechische Staatsangehörigkeit gleich nach 1946/47 an, dem Rest wurde die Staatsangehörigkeit automatisch 1953 gegeben. |
| Nach der letzten Volkszählung leben im Lande ca. 48.000 Deutsche. Der größte Teil lebt in den Industriegebieten der Tschechischen Republik: im Bereich Bergbau, Glasindustrie, Textilindustrie und ein kleiner Teil in den landwirtschaftlichen Gebieten. |
Die Deutschen haben die Möglichkeit, sich in zwei Verbänden zu organisieren:
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| Die Landesversammlung ist die Dachorganisation für 21 Verbände und 30 Ortsgruppen. Ziel der Landesversammlung ist die Erhaltung der Deutschen Sprache, des Kulturerbes, Schulungen und Seminare, praktische Umsetzung von Minderheitenrechten, Jugend- und Seniorenarbeit sowie Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Ein weiteres Ziel ist die Gleichberechtigung der Deutschen mit der tschechischen Bevölkerung. Bei diesem Ziel orientiert sich die Landesversammlung an den internationalen Menschen- und Bürgerrechten. Es werden Seniorenseminare, Kinderlager mit Sprachkursen sowie Jugendaustausch-programme organisiert. Es besteht eine gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft, die die LV und die Begegnungszentren auch finanziell unterstützt. Eine gute Zusammenarbeit besteht auch mit dem Goethe Institut. Gemeinsam werden Schulungen Deutschkurse sowie Veranstaltungen, Vorlesungen, Theaterstücke für Kinder, usw. organisiert. Einige Projekte haben wir auch gemeinsam mit der Ackermann-Gemeinde und dem Adalbert Stifter Verein - die schon traditionellen "Oberplaner Gespräche". Die Landesversammlung präsentiert ihre Arbeit in der Landeszeitung. Beide Vereine der DKV und die LV präsentieren sich auch in der deutschen Sendung - Radio Prag sowie im Internet - www.landeszeitung.cz Die heutigen Probleme der deutschen Minderheit sind: Durch die Zersplitterung können keine deutsche Schulen eröffnen werden, da die Zahl der Deutschen in den jeweiligen Regionen zu klein ist. In der langen Zeit des kommunistischen Regimes entstand eine starke Assimilation, sodass zwei jüngere deutsche Generationen fehlen. In der Nachkriegszeit konnten die Deutschen auch einige Jahre keine Schulen besuchen auch später hatten sie Probleme wegen ihrer Nationalität. Die Deutschen waren meistens auch nicht Mitglieder der Kommunistischen Partei daher konnten ihre Kinder nicht studieren, so wie auch bei vielen tschechischen Familien. Viele Menschen aus der älteren Generation haben auch Angst, sich offen zur deutschen Nationalität zu bekennen. Diese Angst tragen sie aus früherer Zeit bis heute in sich. Die junge Generation meldet sich lieber zu der mährischen oder schlesischen Nationalität, um keine Probleme in der Zukunft zu haben, ebenfalls eine Folge der Nachkriegszeit. Die Nachkriegsgeneration ist auch durch die so genannten Benesch-Dekrete immer noch geschädigt. Obzwar diese tschechischen Bürger deutscher Nationalität die tschechische Staatsangehörigkeit 1953 bekamen, haben sie nicht dieselben Rechte wie ihre tschechischen Mitbürger. Das enteignete deutsche Eigentum wurde nicht zurückgegeben. Die Grenze der Restitution wurde mit dem Jahr 1948 festgesetzt, sodass die Deutschen diese Restitution nicht in Anspruch nehmen können, da sie vor diesem Jahr enteignet wurden, ebenso so wie die Ungarn und die Kollaborateure. Dieses Problem durch Verhandlungen zu lösen, ist ebenfalls ein Ziel der Landesversammlung |
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